Direkt zum Inhalt

Ratgeber

Gießwasser richtig temperieren: Tipps für gesunde Pflanzen: Ratgeber mit Tipps & FAQ

Gießwasser sollte 15–22 °C haben, also etwa Zimmertemperatur. Unter 12 °C reagieren tropische Arten mit Wurzelschock, sichtbar an schlaffen Blättern trotz feuchtem Substrat. Wasser aus der Leitung erreicht die Zieltemperatur, wenn es 6–12 Stunden in einer offenen Kanne im Raum steht – Abstehen senkt allerdings nur den Chlorgehalt, nicht die Kalkhärte.

Autor: Pflanzenliebe24 Gärtner-RedaktionAktualisiert am 5 Min. Lesezeit

Inhaltsverzeichnis
Steckbrief: Gießwasser richtig temperieren
Ideale Temperatur18-22°C (Zimmertemperatur)
VermeidenEiskaltes Wasser
VorteilSchockvermeidung
AufnahmeVerbesserte Nährstoffaufnahme
ChlorVerdunstet bei Raumtemperatur
Zieltemperatur15–22 °C
Untergrenze12 °C – darunter Wurzelschock bei tropischen Arten
Temperieren6–12 Stunden offen im Raum stehen lassen
Regenwasserweich (etwa 0–4 °dH), ideal für Moorbeet- und Zimmerpflanzen
Harte Härtegrenzeüber 14 °dH Kalkflecken und pH-Anstieg im Substrat

Warum die Wassertemperatur wichtig ist

Pflanzen reagieren empfindlich auf Temperaturschwankungen, insbesondere an ihren Wurzeln. Zu kaltes Wasser kann einen Kälteschock auslösen, der das Wachstum hemmt und die Pflanze stresst.

Kaltes Wasser erschwert zudem die Nährstoffaufnahme durch die Wurzeln, da die Zellaktivität beeinträchtigt wird. Dies kann zu Mangelerscheinungen führen.

Die optimale Temperatur für Gießwasser

Für die meisten Pflanzen, insbesondere Zimmer- und Kübelpflanzen, ist Gießwasser mit Zimmertemperatur (ca. 18-22°C) ideal. Es sollte sich für Sie weder kalt noch warm anfühlen.

Lassen Sie Leitungswasser vor dem Gießen in einer Gießkanne stehen, damit es sich auf Raumtemperatur erwärmen und eventuelles Chlor entweichen kann. Dies dauert etwa 24 Stunden.

Spezielle Bedürfnisse und Ausnahmen

Einige tropische Pflanzen bevorzugen leicht wärmeres Wasser, das ihre natürlichen Wachstumsbedingungen simuliert. Informieren Sie sich über die spezifischen Anforderungen Ihrer Pflanzen.

Im Garten kann Regenwasser direkt aus der Tonne verwendet werden, da es sich meist der Umgebungstemperatur anpasst und ohnehin ideal für Pflanzen ist.

Entscheidungsregeln für die Wasserwahl

Kalkempfindliche Arten wie Azalee, Camellia, Orchideen und Karnivoren nur mit Regenwasser oder entkalktem Wasser gießen; bei Leitungswasser über 14 °dH steigt der Substrat-pH innerhalb weniger Monate messbar.

Abgekochtes und abgekühltes Wasser reduziert die Karbonathärte teilweise, ersetzt aber kein Regenwasser – der gelöste Kalk fällt nur zum Teil aus.

Kein Wasser aus dem Warmwasserhahn verwenden: Es kann Kupfer- und Nickelspuren aus der Leitung enthalten und ist häufig deutlich über 25 °C.

Kein Mineral- oder Sprudelwasser: Natrium- und Hydrogencarbonatgehalte sind für Topfsubstrate zu hoch.

Häufige Fragen

Was passiert, wenn ich mit kaltem Wasser gieße?

Kaltes Wasser kann einen Kälteschock auslösen, die Nährstoffaufnahme stören und die Wurzeln schädigen. Dies äußert sich oft in Wachstumsstörungen oder Blattverfärbungen.

Wie kann ich mein Gießwasser aufwärmen?

Stellen Sie die Gießkanne einfach für einige Stunden im Raum stehen. Bei Bedarf können Sie auch eine kleine Menge warmes Wasser hinzufügen, um die gewünschte Temperatur zu erreichen.

Ist abgestandenes Leitungswasser besser?

Ja, abgestandenes Leitungswasser ist besser, da es sich akklimatisieren kann und Chlor sowie andere flüchtige Stoffe entweichen können, die Pflanzen schaden könnten.

Gilt das auch für Pflanzen im Freiland?

Im Freiland ist es weniger kritisch, da der Boden eine Pufferwirkung hat. Bei sehr empfindlichen Pflanzen oder in Töpfen im Freien ist temperiertes Wasser aber auch hier vorteilhaft.

Darf man Pflanzen mit kaltem Wasser gießen?

Kurzfristig überlebt es die Pflanze, aber Wasser unter 12 °C bremst die Wasseraufnahme der Wurzeln. Tropische Arten zeigen dann schlaffe Blätter, obwohl das Substrat feucht ist. Besser das Wasser über Nacht im Raum stehen lassen.

Ist Regenwasser immer besser als Leitungswasser?

Für kalkempfindliche Arten ja, weil es mit 0–4 °dH sehr weich ist. Aus offenen Tonnen kann Regenwasser jedoch Keime und Algen enthalten – für Anzucht und Sämlinge deshalb frisches, temperiertes Leitungswasser vorziehen.

Quellen & weiterführende Fachinformationen

Diese Stellen nutzen wir als fachliche Grundlage. Rechtliche Angaben zu Pflanzenschutzmitteln richten sich immer nach der Kennzeichnung des jeweiligen Produkts.

  1. [1] Pflanzenschutzdienst & Fachinformationen

    Julius Kühn-Institut (JKI)

    Bundesforschungsinstitut für Kulturpflanzen – Grundlage für Angaben zu Schaderregern und Kulturmaßnahmen.

  2. [2] Pflanzenschutzmittel-Datenbank

    Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (BVL)

    Verzeichnis zugelassener Pflanzenschutzmittel und ihrer Anwendungsgebiete in Deutschland.

  3. [3] Düngung im Haus- und Kleingarten

    Umweltbundesamt

    Hinweise zu sachgerechten Düngermengen und Umweltauswirkungen.

Weiterführendes Wissen & passende Produkte

Vertiefende Steckbriefe, Schadbilder und Anleitungen zu diesem Thema.

Pflanze scannen 📸

Kostenlose KI-Diagnose per Foto

Jetzt starten